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Kooperation: V. Gayrard (CPT-Marseille), M. Klein (Universit�t Potsdam), M. Eckhoff (Universit�t Potsdam)
Beschreibung der Forschungsarbeit:
Zu den interessantesten Fragen in der Theorie ungeordneter Systeme zählt die nach dem Langzeitverhalten der zugehörigen Dynamiken. So ist etwa im Hopfieldmodell die Funktion als autoassoziativer Speicher eine Eigenschaft der Dynamik; die von uns bisher betriebene Untersuchung der Gleichgewichtsthermodynamik ist insofern nur ein erster Schritt in Richtung auf ein vollständiges Verständnis solcher Systeme. In diesem Jahr konnten nun erstmals wesentliche Resultate zur Dynamik solcher Systeme erzielt werden [1]. Diese stellen allerdings nur einen ersten Schritt im Rahmen eines weitgefaßten Projektes zu dieser Problematik dar.
Untersucht wurden eine Klasse von zeitdiskreten
reversiblen Markov-Prozessen
auf Gittern
mit Gitterabstand 1/N; die Übergangsraten zwischen
Gitternachbarn sind so gewählt, daß der Prozess
reversibel
bezüglich eines invarianten Maßes
ist. In den Anwendungen wird QN das vom Gibbs-Maß auf den
makroskopischen Variablen induzierte Maß sein. Wichtig ist, daß FN
neben einem deterministischen Anteil einen kleinen fluktuierenden
Anteil haben kann, etwa
mit F(x) deterministisch und f(x)
zufällig. Ein wesentliches Ziel ist es, den Einfluß der kleinen
zufälligen Korrektur f auf die Dynamik zu kontrollieren. Für den
Fall
sowie unter einigen Annahmen an FN und insbesondere an die
Struktur der lokalen Minima dieser Funktionen konnten sehr scharfe Abschätzungen an
die (exponentiell großen) metastabilen Zeitskalen
(= mittlere Übergangszeiten zwischen lokalen Minima) erhalten werden.
Darüber hinaus wurde der asymptotisch
exponentielle Charakter der Verteilung spezieller Übergangszeiten mit
scharfen oberen und unteren Schranken bewiesen. Damit wird für diese
Dynamiken eine pr�zise Übersetzung thermodynamischer Resultate zu
Aussagen �ber das Langzeitverhalten möglich.
Als explizites Beispiel wurde ein Curie-Weiss-Modell
mit zufälligem
Magnetfeld behandelt.
Technisch benutzen die Beweise an einigen Stellen Resultate zu den großen Abweichungen im Pfadraum unserer Prozesse. Diese wurden separat [2] und in wesentlich größerer Allgemeinheit für eine große Klasse von Markovprozessen bewiesen. Insbesondere wurden diese auch für nicht reversible und nicht stationäre Prozesse gezeigt. Letzteres ist insbesondere von Interesse, da damit die Untersuchung von Hysteresephänomenen in ungeordneten Systemen möglich wird, die in der Zukunft ebenfalls untersucht werden sollen.
Projektliteratur:
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